
Aus unserer praktischen Arbeit – unter anderem im Rahmen von WorkStarter – nehmen wir immer wieder wahr, dass im Umgang mit dem Thema Sinti* und Roma* nicht nur Vorurteile und Diskriminierung eine Rolle spielen. Auch fehlendes Wissen, Unsicherheiten und die Frage nach dem richtigen Umgang können dazu führen, dass Menschen oder Organisationen nicht wissen, wie sie angemessen handeln sollen.
Dass weiterhin Handlungsbedarf besteht, zeigen auch aktuelle Untersuchungen und Erhebungen zu Antiziganismus. Sie machen sichtbar, dass stereotype Vorstellungen und Wissenslücken weiterhin vorhanden sind und persönliche Begegnungen mit Sinti* und Roma* häufig fehlen. Für uns ist das ein wichtiger Ausgangspunkt: Wir möchten nicht nur über bestehende Probleme sprechen, sondern besser verstehen, wo Unsicherheiten entstehen und welche konkreten Lösungsansätze daraus entwickelt werden können.
Mit dem Diversinti & Rompliance Check entwickeln wir deshalb derzeit eine digitale Befragung zu Wissen, Einstellungen, Erfahrungen und Handlungsunsicherheiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Arbeitswelt: Was wissen Beschäftigte, Führungskräfte und Personalverantwortliche über Sinti* und Roma*? Wo bestehen Unsicherheiten? Welche Vorstellungen können Entscheidungen beeinflussen? Und was benötigen Unternehmen und Beschäftigte, um mehr Handlungssicherheit zu gewinnen?
Unser Ziel ist dabei ausdrücklich nicht, Unternehmen oder Beschäftigte zu bewerten. Vielmehr möchten wir erkennen, wo Wissenslücken, Unsicherheiten und konkrete Handlungsbedarfe bestehen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen deshalb nicht nur ausgewertet und verständlich aufbereitet werden, sondern unmittelbar in die Weiterentwicklung unserer Bildungs-, Aufklärungs- und Schulungsangebote einfließen.
Auf dieser Grundlage möchten wir Unternehmen und Organisationen künftig dabei unterstützen, mehr Handlungssicherheit im Umgang mit Sinti und Roma** zu entwickeln, Zugänge diskriminierungssensibler zu gestalten und bestehende Barrieren abzubauen. Dabei geht es nicht allein um den Abbau von Vorurteilen, sondern ebenso um Chancengleichheit, berufliche Teilhabe und einen inklusiveren Arbeitsmarkt.
Darin sehen wir auch eine Chance für die Arbeitswelt: Wenn Zugänge verbessert, Unsicherheiten reduziert und bislang wenig erreichte Menschen stärker angesprochen werden, können neue Potenziale für Ausbildung und Beschäftigung erschlossen werden. Unsere daraus entstehenden Bildungsangebote sollen Unternehmen dabei unterstützen, bislang wenig erschlossene Bewerber*innen- und Fachkräftepotenziale besser zu erreichen und damit langfristig auch einen Beitrag zur Bewältigung des Fachkräfte- und Nachwuchsmangels zu leisten.
Der Fragenkatalog befindet sich aktuell noch in der Entwicklung. Wir stehen hierzu bereits mit unterschiedlichen Akteur*innen im Austausch und möchten bewusst weitere Perspektiven einbeziehen. Selbstorganisationen, Fachstellen, Unternehmen, Personalverantwortliche und weitere Interessierte sind eingeladen, Themen, Fragestellungen und Anregungen einzubringen.
Die Befragung soll Ende 2026 bzw. Anfang 2027 online starten und über einen Link zugänglich sein. Perspektivisch möchten wir daraus eigene Daten und Erkenntnisse zur Arbeitswelt gewinnen, Entwicklungen sichtbar machen und eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung des Diversinti & Rompliance Check schaffen.
Sie möchten Fragen oder fachliche Impulse einbringen, sich an der Entwicklung beteiligen oder die spätere Befragung in Ihrem Unternehmen oder Netzwerk verbreiten? Kontaktieren Sie uns gerne.

